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Termine

8.09.2011 Landesschau Thüringer Holsteinzüchter in Laasdorf
27.10.2011 RUW-Schau in Hamm
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Die Zuchtphilosophie

Das Zuchtprogramm der TopQ-Kooperation umfasst den jährlichen Test von ca. 230 schwarzbunten und 60 rotbunten Holstein-Testbullen. Mit knapp 300 Bullen pro Jahr ist es damit eines der größten Testprogramm weltweit. Die TopQ-Kooperation wurde zur Bündelung der züchterischen Arbeit führender deutscher Zuchtverbände gegründet.

Das Ziel des Testprogramms ist es, neue Vererber für den Wiedereinsatz bei den TopQ-Mitgliedern, aber auch für die überregionale Vermarktung bereitzustellen. Das bedeutet, dass TopQ Vererber hervorbringen will, die aufgrund ihres Vererbungsprofils und ihres Pedigrees ein solchse Allround-Vermögen haben, dass sie breit einsetzbar sind und damit den unterschiedlichen Wünschen der Mitglieder gerecht werden.



Bullenmütterselektion

Die wichtigste Grundlage des TopQ-Zuchtprogramms ist die Auswahl der Bullenmütter. Es gelten dabei folgende Grundprinzipien:

  • Nutzung der Welt-Holstein-Population
  • Nutzung der genetischen Spitze der jeweiligen Zuchtregionen durch konsequente Vorauswahl
  • REgelmäßige Selektionen in den verschiedenen Zuchtregionen, gewährleistet durch die Arbeit der TopQ-Sire-Analysten, die sich auf verschiedene Regionen spezialisieren und hier mit kompetenten Partnern zusammen arbeiten.
  • Starke Beachtung einer erfolgreichen und bewährten Folge von Vererbern als Väter, Muttersväter, Großmuttersväter in den Pedigrees der zu selektierenden Bullenmütter
  • Intensive Nutzung erfolgreicher Kuhfamilien mit positiven Vererbern
  • Gezielte Nutzung von bewährten Abstammungen, die im TopQ-Gebiet wenig verbreitet sind
  • Bevorzugung von größeren Herden mit kommerzieller Milchproduktion, um Praxisrelevanz bei der Bullenmütterselektion zu gewährleisten
  • Als Kompromiss zwischen einem kurzen Generationsintervall (ausschließliche Nutzung von Jungrindern) und einem geringen Risiko (ausschließliche Nutzung von alten Kühen) werden schwerpunktmäßig junge Kühe in der 1. und 2. Laktation als Bullenmütter genutzt.
  • Starke Beachtung der Inhaltsstoffe durch konsequente Einhaltung von Selektionsgrenzen
  • Starke Beachtung von Nutzungsdauer, somatischem Zellgehalt und Fruchtbarkeit
  • Intensive Abarbeitung potenzieller RF-Bullenmütter zur Schaffung neuer, konkurrenzfähiger Blutlinien für die Red Holstein-Zucht


Bullenväterselektion

  • Nutzung des weltweiten Potenzials der Holstein- und Red Holstein-Zucht
  • Auswahl nach jeder Interbull-Zuchtwertschätzung aus der Welt-Holstein-Population
  • Auswahl nach Leistung, Exterieur, Inhaltstoffen, Nutzungsdauer, somatischem Zellgehalt, Fruchtbarkeit, Kalbigkeit, Pedigree, etc.
  • Begrenzter Einsatz von Bullenvätern, zur Risikostreuung und Beibehaltung der genetischen Variation


Fortschreitende Selektion bis zum Test- und Vererbereinsatz

Neben der Vorauswahl von Bullenmüttern und Bullenvätern spielt auch die weitere Kontrolle der geborenen Bullenkälber eine sehr wichtige Rolle, da vom Zeitpunkt der Selektion bzw. Anpaarung bis zum Testeinsatz eines Bullen 24 bis 30 Monate vergehen. Daher wird zu jeder Zeit ein geborenes Bullenkalb auf das genaueste geprüft.

In der Zeit von der Anpaarung einer Bullenmutter bis zum späteren Testeinsatz ihres Sohnes fallen ständig neue Informationen sowohl für die männliche als auch die weibliche Vorfahrenseite an. Dies trifft insbesondere für sehr junge Bullenmütter und -väter zu. Die ständig neu hinzukommenden Daten, die sich in den Zuchtwerten, der absoluten Leistung, den Inhaltsstoffen, dem Exterieur oder Verwandteninformationen widerspiegeln, werden bis zum Testeinsatz gesammelt und zu verschiedenen Zeitpunkten im noch jungen Leben des Bullen analysiert und für die weitere Karriere des Kandidaten herangezogen:

  • Zum Zeitpunkt der Geburt: Überprüfung des Pedigrees des Bullenkalbs selbst
  • Zum Zeitpunkt der Körung im Alter von 11 Monaten: Überprüfung des Pedigrees und des Bullen selbst
  • Vor dem Testeinsatz (im Alter von 16 Monaten): Überprüfung des Pedigrees und des Spermaproduktionsvermögens des Bullen

Zwei Drittel der angekauften Bullen absolvieren schließlich den Testeinsatz. Das andere Drittel wird aufgrund der strengen Selektionskriterien nicht für den Testeinsatz zugelassen. Um gegen die starke Konkurrenz bestehen zu können, muss es das Ziel sein, ein möglichst hohes Selektionsdifferenzial mit allen verfügbaren Informationen zu erreichen. Die Selektion der Vererber, die etwa sieben Jahre nach der Anpaarung sichere Zuchtwerte haben, erfolgt nach dem Grundsatz, dass sie ein hervorragendes Allround-Vererbungsprofil zeigen sollen und abstammungsmäßig eine Alternative bieten. Hier qualifizieren sich nur 5-10 von 100 Testbullen.

Ähnlich wird im Rotbunt-Zuchtprogramm verfahren, dass auch vom TopQ-Programm betreut wird. Auch hier wird versucht, internationale Kuhfamilien mit nicht so verbreiteten Pedigrees zu nutzen. Ein Teil der Zuchtarbeit für das Zuchtprogramm Rotbunt wird in enger Abstimmung mit den Partnern in der Eurogenetik, einer internationalen Interessengemeinschaft, durchgeführt.



Testeinsatz

Der Testeinsatz der TopQ-Jungbullen erfolgt im Alter von 15-18 Monaten. Entscheidend für den Zeitpunkt ist eine qualitativ und quantitativ ausreichende Spermaproduktion. Es werden etwa 120 Töchter aus dem Testeinsatz angestrebt, die in die Zuchtwertschätzung einfließen. Dadurch wollen die TopQ-Partner sicherstellen, dass auch für die Zuchtwerte der funktionellen Merkmale schon aus der Testperiode sehr sicher sind.