Das große Zittern, erst vor Kälte und dann vor Spannung – der Konvent am 12. Februar ließ kein Züchterherz der Rinderzüchter der Weser-Ems-Union kalt. Trotz widriger Wetterbedingungen verbuchte das Großereignis in der Weser-Ems-Halle in Oldenburg ca. 3.500 Besucher. Die Preisrichter Armand Braun (Ettelbruck, Luxemburg) und Thomas Hannen (Tönisvorst) bewiesen ein gutes Händchen bei der Auswahl der Sieger in einem homogenen Feld hochklassiger Schaukühe. Den Grand Champion-Titel 2010 gewann die Ausnahmekuh Eke Lesta (v. Starleader) von Hein Ekenhorst aus Heesterkante in der Grafschaft Bentheim.
Das süße Leben – NHo Dolce Vita gewinnt Jackpot-Finale Fünf Siegertitel in der Einzelkonkurrenz, sechs Plätze im hochdotierten Jackpot-Finale sowie ein Nachzuchtsieg waren in der Weser-Ems-Halle zu vergeben. Traditionell wurde der WEU-Konvent mit der Auswahl der sechs Färsen für das hoch dotierte Jackpot-Finale eingeläutet. Die Preisrichter Armand Braun und Thomas Hannen wurden bei der Punktevergabe durch den internationalen Preisrichter Jacobus Eppinga aus den Niederlanden sowie durch eine Publikumswertung unterstützt. Die Fortune3-Tochter NHo Dolce Vita der Züchtergemeinschaft Nustede GbR, Friederichs und Seeger aus Wardenburg sorgte für Furore. Gleich viermal erhielt die wunderbar ausbalancierte Färse die zu vergebene Höchstpunktzahl von 16 Punkten. Damit sicherte sie ihren Besitzern souverän das Preisgeld von 2.500 Euro. Mit 27 Punkten landete Olivie, ebenfalls eine sehr korrekte Fortune3-Tochter des Züchters Josef Hatke aus Bösel auf dem mit 1.300 Euro dotierten zweiten Rang. Auf den weiteren Plätzen reihten sich RS London (v. Marbach) von Egon Strudthoff aus Dötlingen (700 Euro), die Talent 2-Tochter Janita von der Woltermann GbR aus Nordhorn (500 Euro), Ocean Girl (v. Toystory) aus der Zucht von Ludger Jansen aus Westerlohmühlen (300 Euro) sowie die FG Gloria (v. Re-Design) von Henrik Wille (200 Euro) ein.
Da kommt Farbe ins Spiel: Rotbunte brillieren mit Jugendlichkeit Ausstrahlung, Jugendlichkeit, Frische, um nur einige Attribute zu nennen, die Preisrichter Braun bei den exzellenten Rotbunten im Ring ins Schwärmen brachte. Dem Idealbild einer jugendlichen, harmonischen und entwicklungsfähigen Färse kam die Rampage-Red-Tochter FG Nizza von Henrik Wille aus Herbergen am nächsten. Ihr stand ihre Stallgefährtin FG New Fash (v. Eckstein) nur wenig nach und sicherte mit ihrem Reservesieg einen doppelten Erfolg für Familie Wille, die damit ihren Doppelerfolg aus dem Jahr 2009 eindrucksvoll wiederholen konnte. Eine weitere starke Finalistin war die edle Tableau-Tochter RS Nina von Egon Strudthoff aus Dötlingen. In der Kategorie rotbunt alt wird das Züchterherz von Henrik Wille erneut einen Sprung gemacht haben. Mit Talent-Maxima führte er die souveräne Siegerin dieser Kategorie am Halfter. Ihre enorme Entwicklung gepaart mit dem hervorstechenden Milchcharakter verhalfen ihr zu einer weiteren Schärpe in ihrer Schaukarriere. Zur Reservesiegerin rotbunt alt wurde die Laurel-Tochter Laskia der Stolle GbR aus Neuenkoop gekürt, die bereits beim Konvent 2009 den Reservesieg der Nachzuchttiere für ihren Vater Laurel erreichte. Sie setzte sich mit ihrer tiefen, offenen Rippe und dem drüsigen, fest aufgehängten Euter gegen die mit sehr viel Tiefe und Stärke in der Vorhand ausgestattete Talent 2-Tochter Edelperle von Jan Willem Rüsink aus Werlte durch.
Jackpot-Gewinnerin setzt Siegeszug fort Preisrichter Hannen lobte die hervorragende Euterqualität der schwarzbunten Färsenklassen. „Wir haben hier einen guten Einstieg in den Wettbewerb“, befand er anerkennend. Jugendliche Ausstrahlung und Entwicklungspotenzial waren bei der Selektion der Siegerfärse ausschlaggebend. Die überragende Jackpot-Siegerin, die Fortune3-Tochter NHo Dolce Vita von der Züchtergemeinschaft Nustede GbR, Friederichs und Seeger aus Wardenburg, überzeugte auch im Schauwettbewerb auf ganzer Linie und wurde zur Siegerfärse schwarzbunt gekürt. Nur knapp musste sich die Lady-Tochter Lindsay (v. Gibson) von Herwig und Sven Friederichs aus Hengstlage geschlagen geben. Die Siegerfärse der Nikolausschau 2009 „strahlt und scheint“ so Preisrichter Hannen, der bei der Beschreibung der ihm präsentierten Färsen nicht mit Superlativen geizte. Neben den beiden Siegerfärsen glänzten noch weitere Finalistinnen mit Showappeal: Die Marbach-Tochter MHG Ela von der Mertens GbR aus Möllendorf sowie die Mr. Sam-Tochter Zanker (Bes.: Franz Meyer, Pehmertange).
NHo Emzi hat die Nase vorn Bei den Kühen der mittleren Altersklasse bot sich den Preisrichtern ein sehr homogenes Bild. Es ist nicht leicht, bei einer derartigen Spitzenqualität eine Rangierung vorzunehmen. Armand Braun hatte im Finale die Qual der Wahl zwischen altbekannten und bisher noch nicht in Erscheinung getretenen Schaukühen. Nach spannungsgeladenen Sekunden, tippte Armand Braun letztlich die Starleader-Tochter NHo Emzi von der Nustede GbR aus Wardenburg an und kürte die fundamentstarke Drittkalbskuh mit der exzellenten Vordereuteraufhängung damit zur Siegerin schwarzbunt jung. Somit gingen gleich zwei Siegertitel an den Zuchtbetrieb aus Wardenburg. Im Kampf um den Reservesieg hatte im Anschluss eine ehemalige Auktionsfärse (Züchter: Alfred Lübbers, Emlichheim) die besseren Argumente. Adi (v. Herold) von der Milchproduktion Wildenborn aus Geußnitz überzeugte mit bestem Fundament und klaren Sprunggelenken auf denen sie sich hervorragend bewegte. Sie ist das beste Beispiel für die Spitzenqualität, die sich auf den Auktionsplätzen in Lingen und Cloppenburg erwerben lässt. Ohne Fehl und Tadel präsentierten sich auch die anderen Finalteilnehmerinnen. Die September-Tochter Naomi (Bes.: Lambert Weinberg, Isterberg) bestach mit einem lebhaften Euter während BFH Suri (v. Champion, Bes.: Braune GbR, Schönwalde) mit Oberlinie und Körperlänge punkten konnte. Die typstarke Talent2-Tochter Lisa (Bes.: Josef Hatke & Partner, Bösel) glänzte neben der Legal-Tochter Beyonce (Bes.: Herwig & Sven Friederichs, Hengstlage). Komplettiert wurde die Finalrunde der mittleren Kühe durch die bekannte Outside-Kora (Bes.: Zuchtbetrieb Batke, Visbek), die ihre Stärken in Rahmen und Tiefe mit in die Waagschale legen konnte.
Eke Lesta - eine brillante Schau- und Hochleistungskuh Die älteren Kühe einer Schau stellen immer eine Augenweide dar, weil sie sich in den Ställen bereits seit mehreren Jahren bewährt haben. Hier konkurrierten Kühe mit vier bis sieben Abkalbungen miteinander und auch in diesem Jahr hatten die Ältesten die Nase vorn. Die Starleader-Tochter Eke Lesta von Familie Ekenhorst aus Heesterkante wiederholte mit ihrer Frische, dem extrem fest angesetzten Euter und dem sehr trockenen Fundament problemlos ihren Vorjahressieg. „Diese Kühe richten zu dürfen, ist eine ehrenvolle Aufgabe“, äußerte Preisrichter Hannen sich begeistert. Eke Lesta, die in ihrer siebten Laktation EX 96 eingestuft wurde, verfügt aber nicht nur über Showappeal, sie erhielt ebenfalls die Ehrung für die Kuh mit der höchsten Lebensleistung der Schau. Reservesiegerin schwarzbunt alt wurde die zuvor in ihrer Klasse an 1 b gesetzte Starleader-Tochter Dolores von Hermann-Gerrit Ekkel aus Itterbeck. „Ihr sieht man die fünf Laktationen nicht an“, so die anerkennenden Worte des Preisrichters Thomas Hannen. Weitere Finalistinnen waren u.a. die Champion-Tochter Jazztime (Bes.: Peter Wreesmann-Grever), die Stormatic-Tochter Roxanne (Bes.: Landwirtschaftsbetrieb Schröter, Kelbra) sowie die Audric-Tochter Finnja (Bes.: Keddemann GbR, Itterbeck).
Eke Lesta, die Starleader-Tochter mit Starqualitäten „Stand up for the Champions”, klang es zum Höhepunkt der Schau, des Aufmarsches der Siegerkühe zur Auswahl des Grand Champions, aus den Lautsprechern. Der Anblick dieser fünf hervorragenden Kühe verursachte bei den Zuschauern eine Gänsehaut. An diesem Tag präsentierte sich dennoch eine Kuh in äußerster Topform – Eke Lesta. Sie wurde mit Applaus zum Grand Champion des WEU-Konvents 2010 gekürt. Sichtlich bewegt nahm Jan Ekenhorst den Siegerpokal umringt von der ganzen Familie entgegen.
|