Es kommt nicht alle Tage vor, dass gleich fünf Nachzuchten, davon vier aus dem Testeinsatz eines Bullen, auf einer Verbandsschau gezeigt werden können. In diesem Jahr gelang es der Weser-Ems-Union, ein starkes Quintett aus dem erfolgreichen Zuchtprogramm den aufmerksamen Zuschauern aus dem In- und Ausland beim Konvent zu zeigen. Serono brachte sich mit Töchtern aus dem Widereinsatz ins Gespräch, während die Nachwuchstalente Tranquilo, Landstar, Tequila und Truman mit Töchtern aus dem Testeinsatz für Furore sorgten.
Den Auftakt machte die sechsköpfige Gruppe des Sierra-Sohnes Serono mit Töchtern aus dem Wiedereinsatz. Er stammt aus der bekannten Ronny Kuhfamilie vom Betrieb van Beek aus Teteringen, Niederlande. Seine Töchter präsentierten sich mit einer festen Oberlinie bei leicht geneigten bis ebenen Becken von mittlerer Breite. Sie bewegten sich auf korrekten Fundamenten mit leicht gewinkelten Hinterbeinen. Die überdurchschnittliche Eutervererbung ist das Markenzeichen des Bullen. Seine Töchter verfügten über fest ansitzende Euter mit überdurchschnittlich hohen Euterböden. Hinten sind sie gut mittelhoch aufgehängt und werden von einem starken Zentralband getragen. Snowhite von Ralf Töllner, Langwarden, und Monik von Hermann Klinge, Itterbeck, wurden als beste Tiere der Serono-Nachzucht ausgezeichnet.
Tranquilo überzeugte Der neue Stern am WEU-Himmel könnte der Titanic-Sohn Tranquilo werden, der leider noch keinen Zuchtwert hat. Gleich acht Töchter überzeugten im Ring nicht nur die Preisrichter, die von dieser Gruppe so beeindruckt waren, dass sie Flora (Bes.: Volker Hüneke, Steenhafe) zur Siegerin aller Nachzuchten kürten. Tranquilo stammt aus dem nordamerikanischen Teil des TopQ-Zuchtprogramms. Seine Mutter Regina EX 92 von Durham ist die Vollschwester des amerikanischen Exterieur- und Nutzungsdauer-Spezialisten Mr. Sam. Das Pedigree des Bullen steht für herausragendes Exterieur. Sieben Generationen exzellenter Mütter kombiniert mit dem Storm-Sohn Titanic lassen daher auch vom Bullen Tranquilo eine herausragende Exterieurvererbung erwarten. Die ausgesprochen großen, milchtypischen Töchter präsentierten sich mit viel Ausstrahlung, offener Rippe und gut mittlerer Körpertiefe im Ring. Die Euter waren mittelhoch aufgehängt und mit starken Zentralbändern ausgestattet. Die Vordereuteraufhängung hätte etwas fester sein können. Die Tranquilo-Töchter bewegten sich auf trockenen, wünschenswert eingeschienten Beinen mit festen, geschlossenen Klauen mit hohen Trachten. Den 1b-Preis erzielte Altera aus dem Stall von Georg Alter und Partner GbR, Elsfleth.
Landstar setzt Familientradition fort Mit den Töchtern des Bullen Landstar wurde die erste Nachzucht eines Laudan-Sohnes im WEU-Gebiet gezeigt. Landstar entstammt der B-Familie von Adalbert Griehl, Fullen. Seine Mutter, die kapitale Bormio-Tochter Blombe, geht über VG 86 Lee und VG 88 Luke auf eine EX 91 Starbuck, die Mutter des Bullen Leben, zurück. Die sechs sehr jungen, feinzelligen Färsen aus dem Testeinsatz präsentierten sich mittelrahmig mit leicht geneigten Becken von mittlerer Breite. Ihre Fundamente wiesen eine leichte Winkelung auf mit festen geschlossenen Klauen. Die Euter waren hoch angesetzt und wurden von einem festen Zentralband gehalten. Die etwas längeren Striche waren tendenziell etwas weiter platziert. Die Landstars können mit Fug und Recht als stabile Produktionskühe bezeichnet werden. Landstars Zuchtwerte werden beim nächsten Schätztermin ausreichende Sicherheiten erreichen, so dass er im April für den Wiedereinsatz freigegeben werden kann. Im Ring siegte Landra aus dem Stall von Horst Lammers, Friesoythe, vor Lisella von Henning Brandes, Schweiburg.
Tequila RF für gute Euter Preisrichter Armand Braun war ganz begeistert von der sehr homogenen Gruppe von Tequila-Töchtern. Nachdem sich die Gruppe an die Schauatmosphäre gewöhnt hatte, zeigten sich die feinzelligen, mittelrahmigen Färsen und Zweitkalbskühe mit durchschnittlicher Körpertiefe und Stärke. Im Gegensatz zu ihrem Großvater Talent überzeugten die Tequila-Nachkommen durch ihre klaren, trockenen Fundamente – bei einer leichten Tendenz zu mehr Winkelung und zu leicht hackenenger Hinterbeinstellung. Besonders bemerkenswert waren die fest aufgehängten, sehr drüsigen Euter mit kürzeren Strichen, die korrekt bis weiter innen unter den Vierteln platziert waren. Hier siegte aha Falte von Arnold Hartgering, Samern, vor Tammy aus der Zucht der Wefer GbR aus Ruhwardergroden.
Allroundvererber Truman Den Abschluss der Nachzuchtschau bildete die Gruppe des von Franz Keuter aus Haren gezogene Throne-Sohn Truman. Über Lee und Charles geht der Bulle auf eine alte emsländische Kuhfamilie zurück, die sich durch ihre Härte und Robustheit auszeichnet. Die fünf Zweitkalbskühe zeigten sich überdurchschnittlich groß mit sehr viel Länge. Sie bewegten sich auf trockenen, leicht gewinkelten Fundamenten mit hervorragender Beinstellung, was ihnen zu einem hervorragenden Bewegungsablauf verhalf. Ihre hinten mittelhoch aufgehängten Euter waren im Vordereuterbereich fest ansitzend und wurden deutlich über dem Sprunggelenk getragen. Thomas Hannen zeichnete Hilke von Hans-Gerd Alberts aus Charlottendorf-Ost vor Gitti von Ralf Töllner aus Langwarden aus.
Bei der Wahl zum Sieger der Nachzuchten beratschlagten sich beide Preisrichter noch einmal. Es siegte schließlich die Tranquilo-Tochter Flora von Volker Hüneke. „Sie verfügt über ein hervorragendes Euter das sehr hoch und breit aufgehängt ist und ein festes Zentralband hat. Außerdem hat sie enorm hohe Trachten“, lautete der Richterspruch. Mit einem tollen Seitenbild und einem gut beaderten Euter ausgestattet sicherte sich die Truman-Tochter Hilke von Hans-Gerd Alberts den Reservesiegertitel.
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